Die Wissenschaft hinter dem MHQ

Die Wissenschaft hinter dem MHQ

Der MHQ wurde entwickelt, um ein standardisiertes und umfassendes Profil der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens mit Forschungs-, klinischen und bevölkerungsbasierten Anwendungen zu liefern. Er basiert auf einer umfassenden Kodierung und Überprüfung von 126 Instrumenten zur Bewertung der psychischen Gesundheit und befasst sich mit einer Reihe von Herausforderungen, die derzeit in diesem Bereich bestehen.

Herausforderung #1

Die Instrumente zur Bewertung der psychischen Gesundheit sind höchst inkonsistent

Bestehende Instrumente zur Beurteilung der psychischen Gesundheit haben sich als sehr heterogen und inkonsistent in dem Set der Symptome erwiesen, welche Sie für eine bestimmte Störung beurteilen. Tools, die entwickelt wurden, um eine störungsübergreifende Perspektive zu bieten, liefern auch kein vollständiges und konsistentes Bild der Symptome (Newson, Hunter & Thiagarajan, Frontiers in Psychiatry, 2020).

Dies führt zur Verwirrung bei den diagnostischen Ergebnissen und behindert die Entwicklung wirksamer Interventionen und Behandlungen.

Der MHQ-Ansatz: Der MHQ umfasst alle semantisch unterschiedlichen Symptomkategorien über Erkrankungen hinweg, um ein vollständiges und standardisiertes Profil zu erstellen.

Mental Health Million Project
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Herausforderung #2

Psychische Störungen sind theoretisch definiert

Die Bewertung der psychischen Gesundheit basiert auf klinischen Klassifikationssystemen psychiatrischer Störungen (z.B. DSM oder ICD), welche auf einer theoretischen Konstellation von Symptomen und nicht auf einem Verständnis der zugrunde liegenden Biologie basieren.

Diese Definition von Krankheiten führt zu Unklarheiten in Bezug auf die Patientendiagnose, zumal symptomatische Erfahrungen oft nicht genau in eine Krankheitskategorie passen.

Die Folge ist, dass zwei Personen, welche sehr unterschiedliche Konstellationen von Symptomen aufweisen, möglicherweise die gleiche diagnostische Kennzeichnung erhalten können, was oft zu schlechten Ergebnissen führt.

Der MHQ-Ansatz: Der MHQ ist nicht an ein krankheitsbasiertes Klassifikationssystem gebunden, sondern bietet ein unvoreingenommenes, umfassendes Symptomprofil, welches sechs großen Kategorien der mentalen Funktion zugeordnet ist. Es kann auch dem DSM zugeordnet werden.

Herausforderung #3

Tools für die psychische Gesundheit sind negativ vorbelastet

Die klinische Tradition der Bewertung der psychischen Gesundheit bedeutet, dass sich bestehende Instrumente auf negative Symptome und Funktionsstörungen konzentrieren und Fähigkeiten und mentale Bereicherungen, welche das Wohlbefinden beeinflussen, missachten. Die allgemeine Bevölkerung fällt jedoch entlang eines Kontinuums, das von schwerer Dysfunktion bis zum Gedeihen reicht. Darüber hinaus sind viele „Symptome” der psychischen Gesundheit, wie Traurigkeit, Angst und Risikobereitschaft auch Elemente einer normalen psychischen Funktion. Diese einseitige Perspektive stellt eine Herausforderung für die Weiterentwicklung unseres Verständnisses des Spektrums des psychischen Wohlbefindens und der Grenzen zwischen „normaler” psychischer Gesundheit und klinischer Krankheit dar.

Der MHQ-Ansatz: Der MHQ betrachtet das Spektrum negativer Symptome, Bereicherungen und Fähigkeiten, um einen Überblick über das Kontinuum des psychischen Wohlbefindens von verzweifelt bis gut gehend zu geben.

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Wie wir den MHQ entwickelt haben

Evaluierung von Bewertungs-Tools für 10 verschiedene psychische Erkrankungen

Dazu gehörten Depressionen, Angstzustände, bipolare Störungen, ADHS, PTBS, Zwangsstörungen, Sucht, Schizophrenie, ASS und Essstörungen.

Analyse von über 10.000 Fragen in 126 Bewertungs-Tools

Diese semantische Kodierung von Fragen führte zu 170 individuellen Symptomen über alle Krankheiten hinweg.

Synthese der Symptome in 47 Elementen des psychischen Wohlbefindens

Diese Elemente wurden um Aspekte aus RDoC und Demenz erweitert und gemeinsam in 47 Fähigkeiten von negativen Symptomen und positiven Bereicherungen reorganisiert.

Lesen Sie hier weitere Details zur Entwicklung und Bewertung des MHQ

MHQ Fragen

Die Befragten bewerten die 47 Elemente des psychischen Wohlbefindens auf einer 9-Punkte-Skala basierend auf Ihrer aktuellen Wahrnehmung. Fragen, welche darauf abzielen, demografische, Erfahrungs- und Momentaninformationen zu sammeln, sind ebenfalls enthalten, um Einblicke in den Lebenskontext und die Situation der/des Befragten zu geben.

MHQ Bewertungsalgorithmus

Ein zusammengesetzter Score für das psychische Wohlbefinden (MHQ) wird den Befragten am Ende der Bewertung zur Verfügung gestellt. Dieser Score ist keine einfache Mittelung der Antworten, sondern verwendet einen proprietären Algorithmus, welcher jede Antwort unterschiedlich skaliert und gewichtet, abhängig von den Folgen des zu bewertenden Symptoms oder der zu bewertenden Funktion.

MHQ Bericht

Ein detaillierterer Bericht über das psychische Wohlbefinden wird automatisch generiert und steht den Befragten optional per E-Mail zur Verfügung. Dieser Bericht enthält Teilbewertungen zu 6 Dimensionen der psychischen Gesundheit sowie Erklärungen und Empfehlungen. Jede Dimension stellt ein Cluster miteinander verbundener Symptome dar.

Die sechs Dimensionen der psychischen Gesundheit im MHQ

Stimmung und Einstellung: Ihre Fähigkeit ihre Emotionen effektiv zu managen und zu regulieren und eine konstruktive oder optimistische Einstellung für die Zukunft zu haben.

Soziales Selbst: Wie Sie mit anderen interagieren, mit anderen Beziehungen aufbauen und sich selbst in Bezug auf andere sehen.

Tatendrang und Motivation: Ihre Fähigkeit auf das Erreichen Ihrer gewünschten Ziele hinzuarbeiten und Aktivitäten in Ihrem täglichen Leben zu initiieren, durchzuhalten und abzuschließen.

Kernkognition: Die Gesundheit Ihrer grundlegenden kognitiven Fähigkeiten, die es Ihnen ermöglichen, effektiv und unabhängig von Moment zu Moment zu funktionieren.

Komplexe Kognition: Ihre Fähigkeit komplexe Ereignisse und Situationen zu synthetisieren und zu verstehen und eine längerfristige Perspektive in Ihren Gedanken und Ihrem Verhalten zu zeigen.

Geist-Körper-Verbindung: Die Regulierung des Gleichgewichts zwischen Geist und Körper.